Neues Rathaus Remshalden

Mitteilungsblatt 25.03.2010

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Von frühlingshaften Temperaturen begleitet wurde am späten Donnerstagnachmittag vergangener Woche die Grundsteinlegung für den Rathausneubau, musikalisch umrahmt vom Musikverein Harmonie Geradstetten. Zu diesem „besonderen Tag“ geladen war ebenfalls eine, so Bürgermeister Zeidler in seiner Begrüßung, „besondere Gemeinschaft“, der nebst Architekten und Bauunternehmer alle aktiven und ehemaligen Gemeinderäte, ehemalige Bürgermeister und sämtliche Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung angehörten. 

Mit zahlreichen Schriftstücken und handgemalten Bildern wurde der Grundstein durch Kinder der Grundschulbetreuung Remshalden bestückt, begleitet von humorvollen Schülerversen. Einen Platz in der Kassette im Grundstein, welcher später sichtbar in den Eingangsbereich des Rathauses eingearbeitet werden wird, fanden unter anderem Gemeinderatsprotokolle zum Bauprojekt, Rathauspläne und Unterlagen der Bewertungskommission sowie ein Verzeichnis der beteiligten Unternehmen und eine Liste der Gemeindemitarbeiter.

Bürgermeister Norbert Zeidler wertete das Bauprojekt vor den rund 120 versammelten Gästen als „Meilenstein für Remshalden“. Die Grundsteinlegung bedeute „Zukunft, Aktivität und Dynamik“, so der Schultes wörtlich und sprach weiter von einem „Fortschritt, eine[r] Weiterentwicklung für unser Gemeinwesen, für unsere Gemeinde“.

Seit Gründung der Gemeinde im Jahr 1974 und damit seit nunmehr 12.953 Tagen steht das Projekt in Remshalden auf der Agenda. Schon in der damaligen Vereinbarung zum Gemeindezusammenschluss war „die Erstellung und Inbetriebnahme eines neuen Rathauses (…) im Bereich eines neu zu schaffenden Zentrums“ als bedeutendes kommunalen Unterfangen festgehalten worden. In all den Jahren hätten Verwaltung und Gemeinderat es sich in Sachen Rathausbau nicht einfach gemacht, so Norbert Zeidler. Insgesamt drei Planungen an wechselnden Standorten galt es in dieser Zeit zu bewundern, im Gemeinderat zu diskutieren und vom Landratsamt zu genehmigen. „Uns allen ist klar, dass wir eine große Investition in einer schwierigen Zeit tätigen. (…) Aber ich denke, wir sind uns alle einig: den richtigen Zeitpunkt für den Bau eines Rathauses gibt es eigentlich nicht“, erklärte Zeidler. Umso mehr stelle diese Grundsteinlegung einen wichtigen und besonderen Augenblick für die Gemeinde Remshalden dar.

Zuvor bereits hatte Zeidlers Tochter Luisa die Grundsteinlegung mit einer eigens entworfenen Ansprache eröffnet. Wörtlich sagte sie: „Wir alle hoffen, dass es ein schönes Rathaus wird und einige Jahre halten wird. Danke.“

Der Neubau mit einer Investitionssumme von rund 7,66 Mio. Euro soll im Sommer 2011 offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Das Gebäude ist mit einer Gesamtnutzfläche von 2.250 qm als kompakter, dreigeschossiger Baukörper mit Sitzungssaal (182 qm) und Trauzimmer (103 qm) im Erdgeschoss konzipiert. Der Hauptzugang zum Rathaus wird vom rund 850 qm großen Marktplatz aus erfolgen. Neben einer Tiefgarage mit 31 Stellplätzen werden an der Vom-Stein-Straße 16 Besucherparkplätze angeordnet.

Der Neubau steht ganz im Zeichen der ökologischen Weiterentwicklung der Gemeinde Remshalden. So zielt die energetische Konzeption darauf ab, die Betriebskosten durch innovative Technologien wie Geothermie-Nutzung, hochwertig gedämmte Außenbauteile, Dreifachverglasungen und mechanischer Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung zu minimieren.

„Dieses Projekt verdient seinen Erfolg, heute ist ein richtiger Festtag, wir dürfen heute alle a` bissle aufeinander stolz sein!“ so Norbert Zeidler bei der Grundsteinlegung. Besonders erfreut zeigte sich der Rathauschef angesichts der Tatsache, dass sich das Projekt Rathausneubau auch eines großen Rückhaltes in der Bevölkerung erfreut. Diesem Zuspruch will die Gemeindeverwaltung Rechnung tragen und die Öffentlichkeit auch während der Bauphase mit einbinden. So versprach Bürgermeister Zeidler regelmäßige Führungen auf der Baustelle. Darüber hinaus kann sich die Remshaldener Bürgerschaft auf einer eigens eingerichteten Homepage ab sofort online über das Projekt, über Baufortschritte und laufende Arbeiten informieren.

Sven Müller, Geschäftsführer der Fa. Koch & Mayer als Generalunternehmer, betonte, nach einem insgesamt 30-jährigen Entscheidungsprozess innerhalb der Gemeinde Remshalden und knapp zweijähriger Arbeit seines Unternehmens an dem Projekt „sind wir genauso glücklich wie Sie, dass wir heute hier stehen und diesen Projektbeginn mit Ihnen feiern können.“ Wie Jahrzehnte zuvor der Bau des Stuttgarter Fernsehturms - heute ein Aushängeschild der Landeshauptstadt -  sei auch der geplante Neubau eines Rathauses in Remshalden lange kritisch beäugt worden, so Sven Müller und wörtlich, „Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit Ihrem neuen Rathaus genauso viel Nutzen, Anerkennung und Freude haben werden wie die Stuttgarter heute mit Ihrem Fernsehturm.“

Personalratsvorsitzender Klaus Jakubeit freut sich besonders, dass das neue Rathaus für Mitarbeiter, Besucher und Gäste endlich die lang ersehnte Barrierefreiheit sowie den „längst überfälligen Service aus einer Hand für die Remshaldener Bürgerschaft“ bietet. Ganz im Zeichen des Slogans „Remshalden verbindet“ seien nun kurze Wege und eine leichtere Kommunikation innerhalb der Verwaltung möglich. Das Generationenbauwerk sei „ein mutiger, ein guter Schritt“. Als kommunaler Dauerbrenner habe das Projekt Rathausbau in der Vergangenheit einen steinigen Weg zurückgelegt. „Politische Gewichtungen, finanzielle Engpässe oder vielleicht auch ungünstige Momente“ hätten in dieser Zeit immer wieder „das Umschalten der Rathaus-Ampel auf Grün verhindert“, so Klaus Jakubeit wörtlich. Umso erfreulicher sei es, dass die Entscheidung pro Rathaus nun demokratisch und unumkehrbar gefallen sei und dabei auch die Personalvertretung aktiv am Prozess beteiligt gewesen sei.

 

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