Neues Rathaus Remshalden

Die Vorgeschichte:

 

Bereits im Zuge des Zusammenschlusses der Gemeinden Geradstetten und Grunbach in der Zeit der Gemeindereform in den Jahren 1972 bis 1974 waren städtebauliche Gutachten in Auftrag gegeben worden mit der Zielsetzung, in der Gesamtgemeinde Remshalden mehrere zentrale Einrichtungen zu schaffen, darunter auch ein Rathaus.

 

In der Vereinbarung zum Zusammenschluss der Gemeinde Remshalden aus dem Jahr 1974 ist unter § 7 entsprechend zu lesen: „Sitz der Verwaltung. – Die neue Gemeinde wird in der Mitte zwischen den Ortsteilen Geradstetten und Grunbach im Bereich eines neu zu schaffenden Zentrums innerhalb von 5 Jahren ein neues Rathaus erstellen und in Betrieb nehmen.“

Tatsächlich ging die Entwicklung in den Folgejahren des Gemeindezusammenschlusses jedoch so vor sich, dass sowohl die Wohnbebauung als auch der Bau öffentlicher Einrichtungen in den jeweiligen Ortsteilen erfolgten.

 

Erst im Jahr 1988 wurde unter dem damaligen Bürgermeister Winfried Kübler die Rathausplanung in Angriff genommen. Im Rahmen einer Klausurtagung des Gemeinderates am 16. April 1988 erörterten die Mitglieder des Gemeinderates erstmals mögliche zentrale sowie dezentrale Standorte für die Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes. Diskutiert wurde unter anderem die Erstellung eines weiteren Gebäudes in Anbindung an das bisherige Rathaus im Ortsteil Geradstetten. Als Möglichkeiten für eine zentrale Standortlösung wurden die Ausweisung einer entsprechenden Fläche im Anschluss an die Vom-Stein-Straße bzw. der Bau eines neuen Rathauses unmittelbar an der Mittelquerspange als „Tor zu Remshalden“ in Erwägung gezogen.

 

Durch Bürgermeister Küblers Arbeitsplatzverlagerung nach Schorndorf im Jahr 1990 geriet das Thema „Bau eines Rathauses“ in den Fokus der anschließenden Bürgermeisterwahl. Unter dem Motto „Kein Rathaus auf der grünen Wiese“ wurde Andreas Spätgens im Jahr 1991 der neue Rathauschef in Remshalden.

 

Nachdem zunächst noch ein offener Architekten-Wettbewerb für einen zentralen Rathausneubau mit Bürgersaal und Gestaltung der Freiflächen im Ortsteil Geradstetten (in den Hutwiesen) durchgeführt worden war - in öffentlicher Sitzung am 29. April 1991 wählte der Gemeinderat unter 29 eingereichten Arbeiten schließlich drei Entwürfe aus, für welche die Baukosten ermittelt werden sollten - verständigte sich das Gremium in seiner Sitzung am 13. Mai 1991 darauf, auch für eine dezentrale Rathauslösung eine Vorplanung in Auftrag zu geben. Damit sollten beide Alternativen auf den gleichen Planungsstand für eine endgültige Entscheidung gebracht werden. Gleichzeitig wurde beschlossen, sowohl für eine zentrale wie auch für eine dezentrale Rathauslösung Honorarangaben für die Planungskonzeption bei den entsprechenden Architekturbüros einzuholen. Nach Vorlage der entsprechenden Unterlagen sollte die Verwaltung dem Gemeinderat schließlich Standortvorschläge für eine dezentrale Variante unterbreiten.

 

Dies geschah in der Sitzung am 23. September 1991. Nach Auffassung der Gemeindeverwaltung kamen für die Unterbringung der allgemeinen Verwaltung in Geradstetten die bis dahin bereits genutzten Räumlichkeiten im Geradstettener Rathaus sowie in der Rathausstraße 20 in Frage. Diese, so hieß es, würden genügend Platz bieten, um den Raumbedarf von Hauptamt, Sozial- und Ordnungsamt, Finanzverwaltung und Bürgermeister zu befriedigen. Durch das ausreichende Parkplatzangebot in unmittelbarer Nähe des Rathauses könne zudem auf den Bau einer Tiefgarage verzichtet werden. Für die Unterbringung der technischen Ämter, des Bürgersaals und des Polizeipostens im Ortsteil Grunbach wurde zum einen die Kelter in der Schillerstraße in Betracht gezogen, zum anderen wurde alternativ eine Unterbringung der technischen Verwaltung im Neubau der Raiffeisenbank Remshalden in der Schulstraße erwägt. Gemeindebücherei und Notariat sollten im Rahmen dieser dezentralen Lösung an ihren bisherigen Standorten verbleiben.

 

In der Sitzung des Gemeinderates am 20. Januar 1992 unterbreitete die Verwaltung dem Gemeinderat schließlich einen Vorschlag, welcher neben der Unterbringung der Gemeindeverwaltung mit allen Ämtern in der Rathausstraße in Geradstetten unter Einbeziehung des bisherigen Rathauses und der Rathausstraße 12 (denkmalgeschützte Scheune) sowie unter Abriss des Gebäudes Rathausstraße 20 und Errichtung eines neuen Baukörpers parallel zur Rathausstraße sowie die Unterbringung eines Ratssaales und einer Verwaltungsstelle in einem neu entstehenden Bürgerhaus im Ortsteil Grunbach vorsah. Der Vorschlag beinhaltete außerdem eine Verbesserung der Raumsituation von Notariat, Bücherei und Polizeiposten an den bisherigen Standorten sowie die Möglichkeit, an das geplante Bürgerhaus ein Altenwohnheim anzugliedern. Als wesentliche Vorzüge dieses Lösungsansatzes wurde angeführt, dass mit den Verwaltungsstellen in den Zentren der beiden Teilorte Geradstetten und Grunbach die Ortskernsanierung einen Anschub erhalte und Sanierungsmittel in erheblicher Höhe eingesetzt werden könnten, ferner, dass beide Ortsteile ausgewogen aufgewertet würden und im Ortsteil Grunbach das Service-Angebot der Verwaltung für die Bürger deutlich erhöht werden könne.

 

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung daraufhin, auf Grundlage der Planvorstellungen ein endgültiges Raumprogramm zu entwickeln. Zudem sollte die Plankonzeption in einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit erläutert und die Angelegenheit anschließend im Gemeinderat zur endgültigen Entscheidung und Vergabe der Planungsaufträge erneut vorgelegt werden.

Am 10. April 1992 fand in der Jahnhalle eine entsprechende Bürgerversammlung statt, bei welcher auch den Gemeinderatsfraktionen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wurde. Seitens der Bürgerschaft wurden gegen die vorgestellte Konzeption der Gemeindeverwaltung keinerlei grundsätzliche Einwendungen erhoben.

 

Am 4. Mai 1992 stimmte der Gemeinderat mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung zu, das Gebäude in der Rathausstraße 20 abzubrechen und durch einen Neubau zu ersetzen, der die Gebäude Rathausstraße 12 und 24, welche ihrerseits in das Rathaus einbezogen werden sollten, verbinden sollte. Auch das Gebäude Wilhelm-Enßle-Straße 7 war zum Abbruch vorgesehen um die Freiflächen zu vergrößern. Mehrheitlich beschlossen wurde die Schaffung eines Bürgerhauses in der unteren Kelter in Grunbach, welches die Verwaltungsstelle Grunbach sowie den Sitzungssaal enthalten sollte. Des Weiteren sprach sich der Gemeinderat dafür aus, dem neuen Bürgerhaus ein Altenzentrum mit betreuten Altenwohnungen anzugliedern.

Diese Rathausplanung wurde 1994 bis zur Genehmigungsplanung fertig gestellt. Zur Realisierung dieses Projektes Neubau eines Rathauses in Geradstetten ist es in den Folgejahren allerdings nicht gekommen.

 

Die entsprechenden Planungen für den Ortsteil Grunbach wurden mit dem Bürgerhaus im Jahr 1996 umgesetzt.

 

Nach der Wahl Norbert Zeidlers ins Amt des Bürgermeisters im Jahr 1999 wurde zunächst die dezentrale Variante weiterverfolgt. Im Mittelpunkt der Diskussionen um den Bau eines zentralen Rathauses für Remshalden standen zunächst die folgenden beiden Standortalternativen: Zum einen ein Erweiterungsbau bzw. Umbau des bisherigen Rathauses in Geradstetten oder ein Neubau an dieser Stelle, zum anderen ein Rathausneubau im Gebiet südlich von Geradstetten, an der Vom-Stein-Straße.

 

Man beschloss, eine Entscheidung über den neuen Verwaltungssitz in Remshalden erst nach einer Bürgerbeteiligung Mitte Mai 2001 zu fassen.

Im Vorfeld dieser Bürgerbeteiligung legte die Verwaltung der Bürgerschaft in einer in KW 19/2001 erschienenen Sonderbeilage des Mitteilungsblattes Remshalden ihre Lösungsansätze und Standpunkte dar, teilweise mit konkreten Zahlen unterlegt. Daneben kamen auch die Gemeinderatsfraktionen zu Wort. (link zur Sonderbeilage)

An zwei Veranstaltungen, am 15. Mai 2001 im Ortsteil Geradstetten und am 22. Mai im Ortsteil Grunbach, war den Bürgerinnen und Bürgern dann Gelegenheit geboten, sich mit den Planungen vertraut zu machen und sich mit den einzelnen Standpunkten auseinander zu setzen.

Nachdem lange und teils hitzige Diskussionen deutlich machten, dass sich für keine der beiden Standortalternativen eine klare Mehrheit abzeichnen würde, wurde seitens der Verwaltung im Juli 2001 ein weiterer Lösungsansatz präsentiert: Neben einer Generalsanierung des bisher bestehenden Gebäudes in Remshalden-Geradstetten sah dieser die Errichtung eines neuen Verwaltungsrathauses, ebenfalls mit Bürgerservice, im Ortskern Grunbach an der Reinhold-Mayer-Straße vor.

 

Insbesondere auch vor dem Hintergrund des Baus eines Pflegeheimes, betreuter Wohnungen und weiterer Entwicklungen in Remshalden, wurde schließlich im Oktober 2001 vom Gemeinderat beschlossen, das Rathaus an der Ecke Vom-Stein-Straße/Untere Hauptstraße an zentraler Stelle zu verwirklichen. In den folgenden Jahren wurden diese Pläne weiter verfolgt und verfeinert.

Powered By Gemeinde Remshalden