Gesamtnutzfläche Gebäude: 2.238 qmNutzfläche Marktplatz: ca. 850 qm
Raumprogramm der Ämter und sonstiger Räume
1. Haupt- und Bürgeramt 486 m²
2. Bauamt 306 m²
3. Innere Verwaltung 341 m²
4. Trauzimmer / Kleiner Sitzungssaal 103 m²
5. Großer Sitzungssaal 182 m² (mit Trennwand für große Veranstaltungen
kombinierbar mit Trauzimmer)
6. Registratur und Archiv im UG 300 m²
7. Verkehrsflächen Foyer/Besprechungsräume etc. zusammen: 550 m²
8. Gesamtnutzfläche 2250 m²
9. Tiefgarage 31 Stellplätze (nach Westen erweiterbar)
10. Max. Gebäudehöhe: 14,50 m mit der Dachlaterne
Größe der Büroräume:
1. Einzelbüro 18,5 m²
2. Doppelbüro 25,0 m²
3. Bürgermeister 31,2 m²
Verfahren
Nach Beschlussfassung der Gemeinde zu Vorbereitung des Rahmesplanes "Neue Mitte Remshalden" im November 2007 wurde im Februar 2008 die Ausschreibung "Neubau Remshalden" als PPP (Public Private Partnership)-Projekt angezeigt.
Es sollten alternativ die drei Varianten
1. Planen und Bauen
2. Planen, Bauen und Betreiben
3. Planen, Bauen, Betreiben und Finanzieren
dargestellt und angeboten werden.
Bei einem europaweit ausgeschriebenen Teilnahmewettbewerb hatten sich indgesamt acht Konsortien um die Teilnahme am Verhandlungsverfahren beworben. Sechs Konsortien haben schließlich ein Angebot abgegeben. Von allen eingereichten Angeboten wurden drei Entwürfe in die engere Wahl genommen und durch eine Bewertungskommission in einem Vergleichsverfahren nach den Kriterien Städtebau, Architektur, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit bewertet. Als Gewinner aus dem Wettbewerb ging die Fa. Koch & Mayer hervor.
Vom Gemeinderat wurde beschlossen, dass der Bau des Rathauses im Sinne eines "kleinen PPP-Projektes" (Planen und Bauen) erfolgen soll. Damit bleiben die Finanzierung und der Betrieb des Rathauses in der Hand der Gemeinde.
Städtebauliche Konzeption
Die städtebauliche Konzeption folgt den Vorgaben des Rahmenplans "Neue Mitte Remshalden": Das neue Rathaus setzt an der Ecke "Untere Hauptstraße/Vom-Stein-Straße" einen markanten architektonischen Akzent als Auftakt für die vorgesehene bauliche Entwicklung.
Der starke, kubische Baukörper definiert auch zum Marktplatz hin eine klare Raumkante. dadurch entsteht zwischen dem Rathaus im Osten des Baufeldes und den Gebäuden im Westen ein qualitativer Platzraum als Bindeglied zwischen der Hauptstraße und der zentralen Angerfläche.
Der Hauptzugang zum Rathaus erfolgt vom Marktplatz aus. Der Nebeneingang an der Ostseite dient gleichzeitig als Anlieferung mit PKW-Andienung. Die 16 Besucherparkplätze (davon 2 Behinderten-Stellplätze) sind an der Vom-Stein-Straße angeordnet, die Zufahrt zu den Stellplätzen in der Tiefgarage erfolgt an der Südkante des Baufelds, von der Planstraße.
Baukörper und Funktion
Das Rathaus ist als kompakter, dreigeschossiger Baukörper mit rechteckigem Grundriss konzipiert. Rücksprünge in den Längsfassaden und der sich über dem Hauptdach abzeichnende Oberlichtaufsatz sorgen für Plastizität und gliedern das Volumen.
Der zurückgesetzte Besuchereingang führt vom Marktplatz in ein zentrales, als Atrium gestaltetes, multifunktionales Foyer. Der Bürgerservice im Norden, Sitzungssaal und Trauzimmer im Süden und der Treppenaufgang im Osten sind unmittelbar vom erdgeschossigen Foyerbereich erschlossen. Die Raumanordnung ist so gewählt, dass Saal, Bürgerbüro, Verwaltungsräume und öffentliche WC’s unabhängig voneinander nutzbar sind. Während der Kernöffnungszeiten stehen alle Flurtüren, die Türen zum Treppenhaus und die Türen zum Bürgerbüro offen.
Treppe und Aufzug führen in die oberen Foyerbereiche und zu den Büroräumen der Verwaltung in den Obergeschossen. Die Galerieflächen im zentralen Atrium sorgen für einen freundlichen, sehr hellen und qualitätvollen Innenraum. Der Eindruck wird durch großflächige Verglasungen an den Enden der Querflure und Oberlichtbänder in den Flurtrennwänden unterstützt.
Im Untergeschoss befinden sich neben der Tiefgarage und den Haustechnikräumen auch die Registratur, der Grundbuchaktenraum und weitere Nebennutzflächen. Die Zufahrt zur Tiefgarage über die neue Fahrbahn in Verlängerung der Fronäckerstraße ist so ausgelegt, dass eine spätere Erweiterung, und damit auch ein Ausbau zur Großgarage, ohne großen baulichen Aufwand möglich sind.
Energiekonzept und Ökologie
Die energetische Konzeption zielt darauf ab, durch innovative Technologien die Betriebskosten zu minimieren. Für die Beheizung und Kühlung des Gebäudes ist die Geothermie-Nutzung mit Absorptionswärmepumpe vorgesehen. In Verbindung mit einer Betonkernaktivierung ergibt sich ein optimaler Wirkungsgrad.
Durch hochwertig gedämmte neue Außenbauteile, Dreifachverglasungen und eine mechanische Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung auch in den Büroräumen wird ein sehr hoher energetischer Standard erreicht.Der Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Fassadenflächen sowie ein beweglicher, außen liegender Sonnenschutz berücksichtigen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Außenbezug, natürlicher Belichtung und Reduzierung solarer Lasten.
Hochwertigkeit, Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind bestimmende Faktoren für die gewählten Ausführungen bei der äußeren und inneren Gestaltung. Ökologische Aspekte, wie die energetische Bewertung des Stoffkreislaufes und eine bevorzugte Verwendung nachwachsender Rohstoffe und gesundheitlich unbedenklicher Materialien, erfahren eine besondere Gewichtung bei der Auswahl der Baustoffe.